Katze im Kippfenster eingeklemmt

Erste Hilfe Schritt für Schritt beim Kippfenster-Syndrom

📋 Inhalt
  1. Sofort: Situation erfassen
  2. Befreien: immer nach oben
  3. Nach der Befreiung: ab zum Tierarzt
Jede Minute zählt.

Sofort befreien, nicht erst fotografieren, abwarten oder nach Anleitungen suchen. Feuerwehr oder Tierrettung kommen oft zu spät oder gar nicht: Handeln Sie selbst. Danach immer sofort zum Tierarzt, auch wenn die Katze normal wirkt.

Sofort: Situation erfassen

Ruhe bewahren, aber sofort handeln.

Sprechen Sie leise mit Ihrer Katze. Warten Sie nicht ab und suchen Sie nicht erst lange nach Anleitungen. Jede Minute im Spalt verschlimmert die Schäden.

Sich selbst schützen.

Eine eingeklemmte Katze hat Todesangst und wird kratzen und beißen, auch die liebste Katze und auch ihren eigenen Menschen. Das ist keine Bosheit, sondern pure Panik. Legen Sie sich deshalb unbedingt dicke Handschuhe oder ein dickes Handtuch bereit, um die Katze anzufassen. Verlieren Sie dabei aber keine Zeit.

Prüfen, wie die Katze steckt.

Hängt der Hinterleib fest und Kopf und Brust sind frei? Oder ist die Katze von außen hereingeklettert, sodass Kopf und Oberkörper innen feststecken und der Hinterleib außen hängt? Danach richtet sich, wie Sie helfen können.

Fenster möglichst nicht bewegen.

Die meisten Fenster lassen sich im gekippten Zustand nicht weiter öffnen, weil der Griff blockiert ist. Versuchen Sie es nicht mit Gewalt, denn jede Bewegung des Fensters kann die Katze noch stärker einklemmen. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, die Katze selbst zu befreien.

Befreien: immer nach oben

Katze entlasten, wenn Sie herankommen.

Stützen Sie das Körpergewicht, damit die Katze nicht weiter in den engen Teil rutscht. Wichtig: Je nachdem, wie die Katze steckt, kommen Sie vielleicht gar nicht unter das Becken. Zwingen Sie nichts, drücken Sie die Katze nicht und ziehen Sie nie an Beinen, Kopf oder Schwanz.

Nach oben befreien.

Die Lösung ist immer, die Katze nach oben zur breitesten Stelle des Spalts zu schieben oder dort herauszuheben, niemals durch den engen Spalt hindurchzuziehen. Das Fell dürfen Sie dabei als Griff nutzen, aber nur zum Hochliften, niemals zum Rupfen. Eine zweite Person kann, wenn verfügbar, den Spalt unter der Katze mit einem weiteren Handtuch zustopfen, damit sie nicht wieder nach unten rutscht.

Je nachdem, wie die Katze steckt, ist der Schwerpunkt ein anderer. Setzen Sie entsprechend an:

Nur der Kopf steckt fest

Erstickungsgefahr, höchste Eile! Kommen Sie nur an den Kopf heran, ziehen Sie ihn vorsichtig am Nackenfell nach oben zur breitesten Stelle. Kommen Sie zusätzlich an den Körper heran, greifen Sie unter den Schwerpunkt und heben Sie die Katze langsam nach oben.

Der Oberkörper steckt fest

Die Katze ist von außen hereingeklettert. Schieben Sie ein Handtuch unter den Oberkörper und liften Sie die Katze damit nach oben.

Nur das Hinterteil steckt fest

Kommen Sie an den Oberkörper heran, schieben Sie die Katze mit dem Handtuch nach oben. Kommen Sie nur an das Hinterteil heran (etwa in einer mehrgeschossigen Lage), schieben Sie das Handtuch unter das Hinterteil und drücken Sie es nach oben. Zusätzlich können Sie am Fell nachfassen und mithochliften. Besonders tückisch, weil der Schwerpunkt mit Kopf, Vorderbeinen, Brust und Rippen nach außen hängt.

Warnung Absturzgefahr

Hängt der Schwerpunkt der Katze nach außen, kann sie beim oder direkt nach dem Befreien abstürzen. Sichern Sie sie in diesem Moment besonders gut und lassen Sie sie nicht los, bis sie sicher gehalten ist.

Das Fell nur im äußersten Notfall

Am Fell zu packen ist eine absolute Ausnahme und nur situationsbedingt erlaubt, wenn es anders nicht geht. Nutzen Sie es dann als Griff zum Hochliften, niemals zum Rupfen oder Durchziehen.

Sofort Menschen vor Ort holen.

Ist jemand erreichbar, holen Sie ihn sofort dazu, denn zu zweit oder zu dritt lässt sich eine Katze oft befreien, wenn es allein nicht gelingt. Verlassen Sie die Katze dafür aber niemals. Rufen Sie lieber laut um Hilfe und bleiben Sie bei ihr. Die Feuerwehr rufen Sie nur zusätzlich, nicht als Ersatz fürs eigene Handeln.

Nach der Befreiung: ab zum Tierarzt

Katze flach und ruhig lagern.

Legen Sie sie auf ein Handtuch, möglichst ohne Wirbelsäule und Becken zu verdrehen. Decken Sie sie zu, damit sie nicht auskühlt.

Kein Futter, kein Wasser, keine Medikamente.

Menschliche Schmerzmittel sind für Katzen giftig.

Tierarzt anrufen und losfahren.

Kündigen Sie den Notfall telefonisch an. Ist Ihre Praxis geschlossen, fahren Sie zur nächsten Tierklinik mit Notdienst.

Sicher transportieren.

Am besten liegend in einer Transportbox, die sich oben öffnen lässt, oder auf einem Brett mit Decke.

Auch wenn Ihre Katze nach der Befreiung aufsteht und normal wirkt:

Fahren Sie trotzdem sofort zum Tierarzt. Schäden an Nieren und Muskeln sind von außen nicht zu erkennen.

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